Geschichten für die globale Zukunft  

Schule und Museum stehen vor einer doppelten Herausforderung: Es gilt Geschichte anders zu vermitteln – und das bedeutet auch: andere Geschichten zu erzählen. Die Debatte um koloniales Erbe, kulturelle Identitäten und globale Ungleichheiten hat die vertrauten Geschichtsbilder ins Wanken gebracht. 

Wie aber werden unterschiedliche Perspektiven sichtbar, wie marginalisierte Stimmen hörbar, und wie globale Verflechtungen begreifbar?  

Und nicht zuletzt: Welche Zukunftsentwürfe ergeben sich aus diesen neuen Narrativen? 

Mit blossem Faktenwissen ist es nicht getan. Ein plurales Geschichtsverständnis erfordert eine relationale Denk- und Wahrnehmungshaltung – ein Vermögen also, sich zur Umwelt in Beziehung zu setzen. Und das bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen und spielerisch zu erproben: Welche Elemente unserer sozio-materiellen Kultur sind mit den Lebenswelten, Ökologien und Geschichten der globalen Gegenwart verflochten?

Verflechtungsgeschichte ist keine lückenlose, keine bruchlose Geschichte. Globale Wechselbeziehungen waren und sind vielschichtig, ambivalent und widersprüchlich. Mit solchen Lücken und Ambiguitäten verantwortungsvoll umzugehen, ist eine Kompetenz, die eingeübt werden muss.

Die Lernapp «Müliweg Eins» nimmt diese Herausforderungen an. Statt Schweizer Geschichte als lineare Story zu verpacken, werden Schüler*innen dazu angeregt, globalhistorische Zusammenhänge eigenständig zu konstruieren und zu rekonstruieren – durch Recherchen, die viel Raum lassen für Assoziationen und Kreatives.

Geschichten für die globale Zukunft  

Schule und Museum stehen vor einer doppelten Herausforderung: Es gilt Geschichte anders zu vermitteln – und das bedeutet auch: andere Geschichten zu erzählen. Die Debatte um koloniales Erbe, kulturelle Identitäten und globale Ungleichheiten hat die vertrauten Geschichtsbilder ins Wanken gebracht. 

Wie aber werden unterschiedliche Perspektiven sichtbar, wie marginalisierte Stimmen hörbar, und wie globale Verflechtungen begreifbar?  

Und nicht zuletzt: Welche Zukunftsentwürfe ergeben sich aus diesen neuen Narrativen? 

Mit blossem Faktenwissen ist es nicht getan. Ein plurales Geschichtsverständnis erfordert eine relationale Denk- und Wahrnehmungshaltung – ein Vermögen also, sich zur Umwelt in Beziehung zu setzen. Und das bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen und spielerisch zu erproben: Welche Elemente unserer sozio-materiellen Kultur sind mit den Lebenswelten, Ökologien und Geschichten der globalen Gegenwart verflochten?

Verflechtungsgeschichte ist keine lückenlose, keine bruchlose Geschichte. Globale Wechselbeziehungen waren und sind vielschichtig, ambivalent und widersprüchlich. Mit solchen Lücken und Ambiguitäten verantwortungsvoll umzugehen, ist eine Kompetenz, die eingeübt werden muss.

Die Lernapp «Müliweg Eins» nimmt diese Herausforderungen an. Statt Schweizer Geschichte als lineare Story zu verpacken, werden Schüler*innen dazu angeregt, globalhistorische Zusammenhänge eigenständig zu konstruieren und zu rekonstruieren – durch Recherchen, die viel Raum lassen für Assoziationen und Kreatives.

KURATORISCHES LERNEN

Die App «Müliweg Eins» wurde in Kooperation des Departements Design der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und des Zentrums für digitale Bildung der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) entwickelt. Das Tool verknüpft gestalterische, pädagogische, historische, kuratorische und technologische Ansätze, um neue Formen des historischen Lernens anzuregen.  

Den Ausgangspunkt bilden Objekte aus der eigenwilligen Privatsammlung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) in Winterthur, darunter eine Pfeife aus dem Appenzell, eine gefälschte Beninbronze, eine Muskatreibe aus Elfenbein und ein Quilt aus Uniforrmen gefallener Söldner. 

Die Analyse dieser Objekte – ihrer Formen, Materialien, Funktionen und Bedeutungen – führt die Schüler*innen der Sek I auf die verschlungenen Pfade der Schweizer Globalgeschichte. Dabei kommen überraschende Zusammenhänge und ungeahnte historische Begebenheiten ans Licht. 
Die Globalgeschichte, das zeigt sich bald, ist keine Welt von gestern. Sie ist nicht abgeschlossen, sondern wirkt fort – in die Gegenwart (und wohl auch die Zukunft).  

Die Ergebnisse ihrer Recherche tragen die Schüler*innen in Form von „Ausstellungen“ zusammen. Anders als Texte, die linear verlaufen, eröffnen Ausstellungen räumliche Bezüge. Dinge können gleichzeitig stattfinden; Komplexität wird anschaulich. Geschichte und Gegenwart, lokale und globale Ereignisse begegnen sich auf einer Ebene. 

KURATORISCHES LERNEN

Die App «Müliweg Eins» wurde in Kooperation des Departements Design der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und des Zentrums für digitale Bildung der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) entwickelt. Das Tool verknüpft gestalterische, pädagogische, historische, kuratorische und technologische Ansätze, um neue Formen des historischen Lernens anzuregen.  

Den Ausgangspunkt bilden Objekte aus der eigenwilligen Privatsammlung der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) in Winterthur, darunter eine Pfeife aus dem Appenzell, eine gefälschte Beninbronze, eine Muskatreibe aus Elfenbein und ein Quilt aus Uniforrmen gefallener Söldner. 

Die Analyse dieser Objekte – ihrer Formen, Materialien, Funktionen und Bedeutungen – führt die Schüler*innen der Sek I auf die verschlungenen Pfade der Schweizer Globalgeschichte. Dabei kommen überraschende Zusammenhänge und ungeahnte historische Begebenheiten ans Licht. 
Die Globalgeschichte, das zeigt sich bald, ist keine Welt von gestern. Sie ist nicht abgeschlossen, sondern wirkt fort – in die Gegenwart (und wohl auch die Zukunft).  

Die Ergebnisse ihrer Recherche tragen die Schüler*innen in Form von „Ausstellungen“ zusammen. Anders als Texte, die linear verlaufen, eröffnen Ausstellungen räumliche Bezüge. Dinge können gleichzeitig stattfinden; Komplexität wird anschaulich. Geschichte und Gegenwart, lokale und globale Ereignisse begegnen sich auf einer Ebene. 

Ein altes Museum im Müliweg, damit beginnt die Geschichte. Ein Museum, das lange schon geschlossen ist und niemand mehr so richtig kennt. Du kommst vorbei und siehst – hoppla! –, die Tür steht ja einen Spalt auf. Komisch. Sollst Du einen Blick riskieren? Es knarrt, als Du die Tür aufschiebst; dahinter ein Haufen ungeöffneter Briefe; eine Maus huscht an Dir vorbei. 

Schon stehst Du mittendrin. Das Foyer ist düster, über dem Tresen liegt eine dicke Staubschicht. Die Plakate an den Wänden sind vergilbt. Wenn Du geradeaus weitergehst, kommst Du ins Depot. Da liegen Dinge im Regal; keine Ahnung, was das genau ist. Im Keller ist das Archiv mit lauter Büchern und allerlei verstreuten Dokumenten – und dann diese sonderbaren Apparate. Wozu die wohl da sind?   

Es gibt nur einen Weg das herauszufinden: Nimm die Dinge in die Hand, stöbere in den Dokumenten (hust!) und wirf die Geräte an! 

Schnell wird klar: das ist kein normales Ortsmuseum. Hier geht es um Drachen in den Alpen, um die Handelswege von Tabak, Kakao und Gewürzen, um junge Bauernsöhne aus armen Tälern, die als Söldner in Übersee kämpften, um sprechende Tonpfeifen und vieles mehr… 

Vielleicht hast Du jetzt schon genug vom Museum und denkst: schnell wieder an die frische Luft (wie die Maus). Oder… Du bist wagemutig und machst den nächsten Schritt. Du erweckst das Museum zum Leben – mit Deiner eigenen Ausstellung!

IM UNTERRICHT

«Müliweg Eins» ist eine digitale Lernumgebung für die Sekundarstufe I (Zyklus 3), die in unterschiedlichen Unterrichtskontexten flexibel eingesetzt werden kann – fachlich integriert, projektartig oder im Rahmen von fächerübergreifenden Lernsettings. 

Alle Inhalte orientieren sich am Lehrplan 21, insbesondere an den Kompetenzbereichen von «Gestalten» (z. B. Wahrnehmen, Entwickeln und Realisieren gestalterischer Prozesse), «Räume, Zeiten und Gesellschaften» (z. B. Machtverhältnisse analysieren, globale Verflechtungen verstehen) sowie «Religionen, Kulturen und Ethik» (z. B. ethische Fragestellungen diskutieren, Perspektiven vergleichen). 

Je nach Fach, Schwerpunkt und Unterrichtsziel können unterschiedliche Szenarien oder «Missionen» ausgewählt werden, die gezielt einzelne Lehrplan-Kompetenzen in den Fokus rücken. 

Dazu gehören unter anderem Lerneinheiten zur Kolonialgeschichte der Schweiz (RZG), in denen Quellen analysiert, Machtverhältnisse reflektiert und Bezüge zur Gegenwart hergestellt werden; zum Themenkomplex «Ausstellung und Kuratieren», bei denen Schüler*innen eigene gestalterische Lösungen entwickeln, umsetzen und präsentieren (Gestalten); oder zu Erinnerungskultur und Verantwortung, die Fragen von Wertvorstellungen, kultureller Identität und gesellschaftlichem Handeln aufgreifen (RKE). 

Je nach gewählter «Mission» werden die Schüler*innen in der Lernapp mit verschiedenen Aufgaben, Fragestellungen und Materialien konfrontiert. Dabei wählen sie individuelle Lernpfade, bearbeiten Inhalte auf unterschiedlichen Niveaus und reflektieren ihre Ergebnisse im Hinblick auf die im Lehrplan 21 formulierten Kompetenzen.